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Kieferrelation digital in exocad übertragen | Artikulator-Scan

Wie lassen sich Ober- und Unterkiefer so digitalisieren, dass die reale Artikulation reproduzierbar in exocad ankommt? Dieser Beitrag zeigt den Workflow mit AutoScan-DS-EX Pro (H) von SHINING 3D – von der Vorbereitung in exocad bis zur sauberen Übergabe in den virtuellen Artikulator.


Kieferrelation und Okklusion digital korrekt übernehmen

Die beste Konstruktion nützt wenig, wenn bereits die Ausgangssituation nicht korrekt in den digitalen Workflow übertragen wurde. Genau hier liegt im Dentallabor eine der sensibelsten Schnittstellen zwischen analoger und digitaler Zahntechnik: die präzise Übernahme von Kieferrelation, Okklusion und Artikulatorzuordnung in die CAD-Weiterverarbeitung. Denn sobald Ober- und Unterkiefer digital nicht mehr exakt in jener Relation vorliegen, in der sie zuvor physisch einartikuliert wurden, entstehen Abweichungen, die später Zeit, Präzision und im ungünstigsten Fall funktionelle Sicherheit kosten.

Besonders bei Fällen, die zuvor manuell mit dem Gesichtsbogen in den Artikulator übertragen wurden, muss diese funktionell definierte Ausgangssituation präzise und reproduzierbar in den virtuellen Artikulator übernommen werden. Nur so lässt sich gewährleisten, dass die im analogen Workflow festgelegte Relation auch digital verlässlich erhalten bleibt und Fehler in der dynamischen Okklusion vermieden werden.

Genau hier setzt der Artikulator-Scan mit dem SHINING 3D AutoScan-DS-EX Pro (H) an. In Verbindung mit exocad ermöglicht er, die reale Artikulation lagegerecht zu erfassen und für die weitere CAD-Konstruktion nutzbar zu machen. Standardisierte Abläufe sind dabei entscheidend, um Nacharbeit, Zuordnungsfehler und Interpretationsspielraum im Laboralltag wirksam zu reduzieren.

Grundsätzlich ist der Workflow nicht ausschließlich an exocad gebunden. Die erzeugten Scandaten lassen sich auch nachträglich importieren und prinzipiell in andere CAD-Systeme übernehmen. Erfolgt die spätere Konstruktion jedoch ohnehin in exocad, ist die direkte Arbeit über die exocad-Schnittstelle aus unserer Sicht der deutlich effizientere Weg.


Welche Artikulatoren unterstützt der AutoScan-DS-EX Pro (H)?

Der AutoScan-DS-EX Pro (H) unterstützt das Scannen und die Datenübertragung an Exocad für die gängigsten Artikulatormarken, darunter Bio-Art, KaVo, SAM, Artex und Baumann.

Für den produktiven Einsatz im Dentallabor oder Fräszentrum zählt vor allem eines: Artikulator-Scan, Modell-Scan und exocad-Zuordnung müssen als durchgängiger Prozess funktionieren – ohne manuelles Nachsortieren oder fehleranfällige Zwischenschritte.


exocad für den Artikulator-Scan richtig vorbereiten

Der Ablauf beginnt im exocad-Auftragsblatt. Dort werden Kunde, Patient und Arbeit angelegt, damit der Fall von Anfang an sauber dokumentiert ist. Anschließend folgt der zentrale Schritt für einen echten 1:1-Transfer: die Wahl des passenden Scan-Modus.

Scan-Modus wählen: „Zwei Gipsmodelle im Artikulator – Artex CR“

Für unseren Anwendungsfall wählen wir in exocad „Zwei Gipsmodelle im Artikulator – Artex CR“ beziehungsweise den jeweils passenden Artikulator-Typ. Dieser Schritt ist entscheidend, weil exocad damit erkennt, dass es sich nicht um zwei isoliert gescannte Modelle, sondern um bereits im Artikulator positionierte Kiefermodelle handelt. Ziel ist es, die reale Artikulation mitsamt der relevanten Oberkiefer-Unterkiefer-Relation 1:1 in den digitalen Fall zu übertragen, damit diese Information im virtuellen Artikulator für die weitere Konstruktion zur Verfügung steht.

Exocad „Scan with SHINING 3D“: Schnittstelle gezielt nutzen

Im nächsten Schritt starten wir „Scan with SHINING 3D“ – die Schnittstelle zwischen der SHINING-3D-Scanner-Software und exocad. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Informationen aus dem exocad-Auftrag, einschließlich des gewählten Artikulators, werden direkt übernommen. Nach Abschluss des Scanvorgangs werden die erfassten Daten automatisch in exocad importiert, sodass die weitere Bearbeitung nahtlos fortgesetzt werden kann.

Das bringt im Laboralltag gleich mehrere Vorteile:

  • weniger typische Zuordnungsfehler bei Job, Artikulator und Modellen
  • bessere Nachvollziehbarkeit im Team, da klar dokumentiert ist, wie der Fall gescannt wurde
  • schnellerer Start in den CAD-Prozess, weil die Daten bereits korrekt angelegt sind
  • Scandaten werden nach Abschluss automatisch in exocad importiert

Artikulator-Scan mit SHINING 3D: Dynamic Scan oder Static Scan?

In der Scan-Oberfläche wechselt das Symbol für den Biss-Scan auf ein Artikulator-Icon. Auf der rechten Seite der Benutzeroberfläche kann anschließend zwischen zwei Modi gewählt werden: Dynamic Scan oder Static Scan.

Dynamic Scan

Beim Dynamic Scan wird der Artikulator auf der Articulator Plate positioniert. Nach dem Start rotiert der Drehteller automatisch und erfasst die Okklusionsinformationen links, mittig und rechts in einem durchgängigen Scanablauf. Für viele Labore ist dies ein besonders praxistauglicher Workflow, da die Okklusionsdaten in einem zusammenhängenden Prozess aufgenommen werden und sich der Ablauf schnell, stabil und reproduzierbar in den Laboralltag integrieren lässt.

Static Scan

Alternativ kann der Static Scan genutzt werden. Hier wird der Artikulator auf dem Height Adaptor positioniert. Anschließend wird die Z-Achsen-Höhe so eingestellt, dass sich die Okklusionsebene mittig im Kamerabereich befindet. Zunächst wird die rechte Seite des Bisses gescannt. Danach wird der Artikulator gedreht, um die linke Seite zu erfassen, sodass alle relevanten Okklusionsdaten vollständig vorliegen.
Wichtig: Beim Wechsel zwischen Static Bite Scan und Dynamic Bite Scan muss der Artikulator zunächst vom Drehteller genommen werden, damit er während der Rotation nicht herunterfällt.


Okklusion im Artikulator digital erfassen

Für die Okklusionsaufnahme wird in vielen Fällen der dynamische Biss-Scan bevorzugt:

  • Artikulator auf der Artikulatorplatte positionieren
  • Scan starten
  • der Drehteller rotiert automatisch
  • Okklusionsdaten werden links, mittig und rechts in einem durchgängigen Ablauf erfasst

Gerade im Laboralltag ist dieser Workflow von Vorteil, weil er schnell, stabil und wiederholbar funktioniert – ohne zusätzliche manuelle Korrekturen oder erneute Bissregistrate.


Oberkiefer und Unterkiefer nach dem Artikulator-Scan korrekt scannen

Nach dem Biss-Scan werden die Gipsmodelle aus dem Artikulator entnommen und ohne Höhenadapter direkt auf den Drehteller gesetzt. Anschließend werden Oberkiefer und Unterkiefer nacheinander gescannt. Besondere Aufmerksamkeit verdient dabei die Sockelplatte des Unterkiefers: Sie muss zwingend mitgescannt werden, da sie als Referenz dient.

Dieser Punkt wird in der Praxis häufig unterschätzt, sie ist für eine stabile Artikulator-Zuordnung jedoch essenziell. Dafür wird das Modell entsprechend den Anweisungen gedreht, sodass zusätzlich auch die Unterseite der Sockelplatte erfasst wird. Erst dadurch erhält die Software die erforderliche Referenz, um die Artikulator-Informationen eindeutig und reproduzierbar zuzuordnen.

Nach Abschluss des Scanvorgangs richtet das System Sockelplatte und Unterkieferbasis automatisch aus. Diese Zuordnung bildet die Grundlage für eine saubere Übertragung in den virtuellen Artikulator in exocad.


Vorteile eines standardisierten Artikulator-Workflows mit SHINING 3D und exocad

Wer diesen Workflow konsequent einsetzt, profitiert in der Regel von mehreren klaren Vorteilen:

  • konsistente Artikulator-Übertragung nach exocad
  • vollständige Erfassung der Okklusionsdaten
  • weniger Zuordnungsfehler und dadurch weniger Nacharbeit im CAD
  • sauber dokumentierte und nachvollziehbare Fälle

Darüber hinaus verbessert ein standardisierter Workflow die Zusammenarbeit im Team: Der Fall ist in exocad sauber angelegt, die Artikulator-Informationen sind konsistent übertragen und die Okklusionsdaten vollständig dokumentiert. Das schafft Sicherheit – sowohl bei der Konstruktion als auch bei späteren Fallbewertungen oder Korrekturen.


Unterstützung bei exocad-Workflows und Schulungen

Wer diesen Prozess im Labor standardisieren möchte, profitiert nicht nur von der passenden Systemlösung, sondern auch von einer fundierten praktischen Schulung. Wir unterstützen deshalb nicht nur beim Vertrieb der Systeme, sondern auch im konkreten Umgang mit den digitalen Workflows – etwa durch exocad-Schulungen vom Einstieg bis zur workflow-spezifischen Optimierung.

FAQ

Warum reicht es nicht, OK und UK getrennt zu scannen?

Weil dann die Relation aus der realen Einartikulation fehlt oder nur „rekonstruiert“ wird. Für reproduzierbare Okklusion ist die korrekte Zuordnung im Artikulator-Workflow der Schlüssel.

Was bringt die SHINING 3D – exocad Schnittstelle konkret?

Sie übernimmt Auftrags- und Artikulator-Informationen aus exocad in die Scanner-Software und importiert automatisch Scan in die exocad. Das reduziert manuelle Zuordnungsarbeit und Fehlerquellen.

Wieso ist der Scan der Sockelplatte im UK so wichtig?

Sie liefert die Referenz, damit der Artikulator eindeutig erkannt und die Relation stabil in exocad übergeben werden kann.

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